Collagen

Mein künstlerisches Werk begann auf einer Busreise quer durch den afrikanischen Kontinent: Vor mehr als 20 Jahren machte ich mich dort auf die Suche nach meinem Vater. Finden konnte ich ihn nicht, da er bereits gestorben war.

Gehen 2024

Gehen 2024
42×50×6 cm

Träumen 2024

Träumen 2024
42×50×6 cm

Sehen 2024

Sehen 2024
42×50×6 cm

Entdeckt habe ich dafür mein künstlerisches Ich. Auf dieser mehrmonatigen Reise entstanden meine ersten tagebuchartigen Collagen.

Bild T

Schlaf 2024 42×50×6 cm

Bild X

Traum 2024 42×50×6 cm

DAS FREMDE – 14-teiliger Werkzyklus (2021) 

Schwarze Geschichte wird bis heute kaum als Teil der deutschen Geschichte wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund entwickelte ich 2021 meine Serie „DAS FREMDE“. Mit diesen 14 sequenziellen Collagen hinterfrage ich spielerisch und konzeptionell den rein westlichen Blick und zeige, wie einseitig die tradierte Bildgeschichte ist. Durch  gezielte visuelle Interventionen breche ich historische Blickachsen auf und lege Mechanismen der Rassifizierung offen – ein Phänomen, das die postkoloniale Forschung meist nur theoretisch beschreibt.

Collage 1

#5/14, Mixed Media, 40 x 50 x 4 cm, 2021

Biologisch lässt sich eine Unterteilung des Homo sapiens in Rassen nicht rechtfertigen; für die Unterscheidung von „Menschenrassen“ existiert keine wissenschaftliche Basis. Dennoch ist Rassismus eine gesellschaftliche Realität. Während Ausgrenzungen und Gruppenkonflikte bis in die früheste Menschheitsgeschichte zurückreichen, untersucht diese Arbeit den spezifisch modernen, visuell verankerten Rassismus der europäischen Bild- und Reproduktionsgeschichte. Diese ist voller diskriminierender Bezüge. Wie der Kunsthistoriker Victor Stoichiță in „Darker Shades: The Racial Other in Early Modern Art“ treffend schreibt: „Difference exists; otherness is constructed.“

Collage 2

6/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021

Collage 4

2/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021

Collage 5

7/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021


Als psychisches oder seelisches Trauma wird in der Psychologie eine tiefe seelische Verletzung bezeichnet. Während die Medizin damit körperliche Verwundungen benennt, erweist sich die Kunst für mich als Kraftquell, um Traumata jeglicher Form zu bearbeiten und aktiv gegen die Verdrängung des kolonialen Unbewussten zu arbeiten. Meine Methode folgt dabei einem konsequenten Prinzip: Ich sammle Versatzstücke der europäischen Bildkunst sowie wissenschaftliche Illustrationen – meist Reproduktionen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Collage 13

14/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021

Collage 12

9/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021

Collage 10

3/14, Mixed Media,
40 x 50 x 4 cm, 2021

Ich dekonstruiere gezielt diese scheinbar unschuldigen Bildwelten, wie etwa alpine Heimatidyllen oder bürgerliche Porträts. Durch das Zerschneiden und Neu-Zusammensetzen erzeuge ich visuelle Paradoxien. So entsteht ein neuer, anderer Sinn, der sich aus den Widersprüchen zwischen der ursprünglichen Bildaussage und meiner Intervention speist. Meine Collagen verweigern sich dem harmonischen Blick und zwingen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit historischer Amnesie.

Collage 6

#13/14, Mixed Media, 40 x 50 x 4 cm, 2021

Die Präsentation der 14 Collagen in klassischen Insektenkästen erweitert meine Arbeit um eine entscheidende räumliche und konzeptionelle Dimension: Ich spiegle damit die kolonialen Praktiken des Sammelns, Sezierens und Kategorisierens. Indem ich die dekonstruierten Körper wie wissenschaftliche Präparate hinter Glas fixiere, verknüpfe ich die visuelle Gewalt der Bildgeschichte direkt mit den historischen Kontrollmechanismen der Anthropologie.

Standbild Ausstellung

Blick in die Ausstellung

Der Insektenkasten transformiert sich in meiner Arbeit vom Werkzeug der Naturwissenschaft zum Spiegelbild eines rassistisch geprägten, europäisch-wissenschaftlichen Blicks. Der Titel „DAS FREMDE“ verkehrt sich so in sein Gegenteil: Mit dem Wechsel der Perspektive wird das vermeintlich Vertraute der europäischen Bildtradition aufgebrochen und als historisches Konstrukt sichtbar.

Kurzfilm „DAS FREMDE“ 2020

oder die Haut schützt uns vor der Aussenwelt, vor Rassismus nicht - der kriecht durch jede Pore.

Im Jahr 2020 feierte der Kurzfilm „Das Fremde“ seine Uraufführung an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Rahmen eines internationalen Virtual-Reality-Symposiums. Das Werk entstand im Zuge einer Artistic Research Masterclass an der Filmuniversität, zu der ich eingeladen wurde, um mich filmisch mit Rassismus sowie kolonialen Kontinuitäten auseinanderzusetzen.

2021 wurde der Film auf dem Berlin Independent Film Festival gezeigt. Im Anschluss folgte im selben Jahr eine Aufführung an der Charité Berlin im Zusammenhang mit der Veranstaltung „The Elephant in the Room: Interlinkages between Health, Racism and Colonial Continuities“.

DIE VITRINE

Diese Vitrine ist eine dichte Assemblage-Installation, die als analytisches Archiv einer komplexen Identitätsfindung fungiert. Das Kunstwerk betreibt visuelle Archäologie inmitten von transgenerationalen Traumata: 

VITRINE, 180cm x 130cm x 40cm, 2017

– von Spielzeugautos über Alltagsgeschirr bis zum großelterlichen Klingelschild – kollidieren hier unvermittelt mit kolonialen Stereotypen. In diesem Bruch spiegelt sich eine Erfahrung wider, die eine ganze Generation Schwarzer Menschen in der DDR teilen musste.

Auswahl an Collagen

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GEBURT

GEBURT, Mixed Media
21 x 27 x 2 cm, 2018

PAAR II

PAAR II, Mixed Media
33 x 28 x 2 cm, 2018

DAS FREMDE II

DAS FREMDE II, Mixed Media
32 x 27 x 3 cm, 2018

UNGEBOREN links UNGEBOREN rechts

UNGEBOREN, Mixed Media, 38 x 17 x 2 cm, 2018

 

Bei Interesse an diesen Arbeiten freue ich mich über eine E-Mail.